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Der Beitrag Bike Hack: Sperrige Kidsbikes am Rücken erschien zuerst auf Trailfamily.
]]>Wenn es endlich ohne Anhänger zum Trail geht, mag der Nachwuchs nicht gleich eine Stunde im Sattel sitzen. Wohin also mit dem sperrigen Kidsbike? Es gibt eine Lösung (inoffiziell).
Irgendwann zwischen drei und fünf Jahren fahren die Kids am liebsten auf dem eigenen Bike los und wir Eltern freuen uns ungemein, dass sie nun schon so gross sind. Und wenn sie unterwegs plötzlich müde werden und doch lieber in den Kindersitz wechseln wollen, dann dürfen sie natürlich das Fahrzeug wechseln und wir atmen tief ein und aus. Schnell fokussieren auf die drei grossen Vorteile dieser Situation: Es geht zügiger weiter als bisher! Das Kind hat keine Energie mehr und fällt trotzdem nicht über den Lenker! Und die Wahrscheinlichkeit steigt stark an: nächstes Mal kommt es gerne wieder mit auf den Trail!
Ins Auge – und in den Rücken – sticht der grosse Nachteil: Das Kidsbike muss mit. Klar kommt es an
den Rücken. Beim Montieren wirkt es schwerer und sperriger als jemals zuvor. Weg mit solchen Gedanken, mit den zahlreichen Schnallen, Riemen und Schlaufen wird es schon gehen. Blöd nur, sind Bike-Rucksäcke gemacht, um einen etwa 299 Gramm schweren Helm daran zu befestigen. Kiloschwere Kidsbikes sind was ganz anderes. Die reissen – wie bei uns – auch stabil geglaubte Nähte aus. Also haben wir alle möglichen Varianten ausprobiert, das Schleppseil drumrum gewickelt (zu elastisch) mit zusätzlichen Riemen gezurrt (Rucksack beschädigt) und sogar den grossen Tourenrucksack für den Winter genutzt (stabiler, aber Kidsbikes sind auch keine Snowboards).
Es zieht und zerrt also am Rücken, am Nacken und die Verspannung ist vorprogrammiert. Wenn der Lenker dann noch gegen den Helm schlägt, ists mit dem Trailspass schnell vorbei. Das ist mehr als nervig und kann sogar das sichere Fahren beeinträchtigen. Wie können wir also die Tour zu Ende fahren, ohne dass wir Eltern jegliche Freude auf der Strecke lassen? verspannt sind, weil das Kindervelo am Rucksack zieht?
Irgendwann kamen wir auf die Idee: Können wir das Tragesystem HOOKABIKE System von Push Components für unsere Bedürfnisse nutzen? Mit Kidsbikes hat HOOKABIKE eigentlich gar nichts zu tun: Es ist für Uphills gemacht, bei denen das Bike getragen werden muss. Mit dem HOOKABIKE sitzt das Bike sicher am Rücken – und über die Befestigung an den Rucksack-Trägern im Nacken ist das Gewicht dort, wo es am ehesten Sinn macht.
Dafür funktioniert es sehr gut. Aber kann es auch als Tragehilfe für ein Kindervelo dienen, um damit gemässigte Trails zu fahren? Mit dieser Frage haben wir uns bei Push Components gemeldet mit der Bitte, das HOOKABIKE ausprobieren zu dürfen.
Sie haben uns das Teil zum Testen direkt geschickt und wir haben versucht, damit das Trail-Problem mit einem 14-Zoll-Bike auf dem Rücken (und dem Kind auf dem Sitz) zu lösen. An dieser Stelle wichtig zu erwähnen: Das System ist offiziell nicht für einen solchen Transport ausgelegt!
Das HOOKABIKE fixiert das Bike nicht komplett am Rucksack. Aus Sicherheitsgründen ist es lediglich eingehängt. Im Fall eines Sturzes kann es sich so lösen. Und wenn der Uphill geschafft ist, lässt sich das Bike durch Anheben direkt aushängen.
Wir haben also rumprobiert, ob das mit Mini-Bikes geht – und nach einigen Versuchen hat es tatsächlich geklappt. Zwar muss das Kidsbike genau andersrum befestigt werden als grosse Bikes. Aber das Montieren macht Sinn und mit etwas Übung geht es deutlich schneller und vor allem auch einfacher. Vor allem aber ist der Tragekomfort eindeutig besser.
Fazit: Toll ist das Tragen eines sechs, sieben oder acht Kilo schweren Kidsbikes auch mit dem HOOKABIKE nicht wirklich. Der Schwerpunkt wandert weit nach oben und die Beweglichkeit und Fahrsicherheit auf dem Trail leidet etwas. Aber das Gewicht wird sehr angenehm auf den Schultern verteilt und fühlt sich dadurch halb so schwer an. Für die Phase der ersten Trail-Abenteuer auf 14- oder 16-Zoll-Bikes ist es eine geniale Hilfe. Denn das Kind ermüdet noch sehr schnell und wer dann zögert, es auf den Kindersitz zu nehmen, riskiert beim Nachwuchs Frust und Stürze. Das HOOKABIKE macht also nicht nur den Eltern das Leben leichter. Wichtig ist, das Kidsbike so zu fixieren, dass der Lenker und das Rad nicht an den Kopf schlägt. Das klappt mit dem Schleppseil ganz gut, dass ja sowieso mit dabei ist. Wie immer mit Kindern gilt: Mit Vorsicht und Sicherheitsmarge nutzen. Unser Lieblings-Bikehack für den Start in die Saison!
Hier die Schritt für Schritt Anleitung:
1. Platte wie vorgesehen am Rucksack befestigen (funktioniert auch mit Trinkblase)
2. Knopfband am Oberrohr (Nicht Unterrohr!) ungefähr mittig platzieren, so dass der Knopf seitlich waagrecht absteht.
Der Knopf muss waagrecht abstehen!
3. Lenker mit Schleppseil oder ähnlichem etwas fixieren. Wir haben das Schleppseil durchs Vorderrad gezogen und um den Sattel gewickelt.
4. Kinderbike umkehren, Lenker unten, Räder oben.
6. Rucksack anziehen und Kindervelo (Knopf muss richtung Rucksack schauen) über den Kopf hieven. Der Knopf muss am Nacken mittig spürbar sein. Das Bike ganz nahe am Nacken entlang in die Öffnung der Platte schieben. Klappt zu Zweit am besten. That’s it!
Und los geht’s! 
Motivation
Wie trägt ihr eure Kidsbikes, wenn die Kleinen nicht mehr mögen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!
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Fit und Familie: Teil 2
Training im Alltag
Uns tut Bewegung immer gut. Was dabei für wen Sinn macht, ist sehr individuell. Sind wir nicht handicapiert, helfen uns folgende Dinge, um in der Hektik des Alltages ein Training unterzubringen:
Zeitmanagement
1. Platte wie vorgesehen am Rucksack befestigen (funktioniert auch mit Trinkblase)
Motivation

Anstrengend, aber mega cool! Bouldern geht drinnen und draussen und die Kids haben auch grosse Freude, an den Felsen rumzuklettern.
Krafttraining
Optimales Krafttraining ist sehr individuell. Zum Start ist die Betreuung durch eine Fachperson sehr empfehlenswert. Insbesondere bei grossen Gewichten und falscher Ausführung steigt das Risiko von Verletzungen. Um möglichst fit zu sein für das Biken trainieren wir nicht klassisch an Geräten im Gym. Unser Fokus liegt auf diesen drei Bereichen:
Ob Gymnastikball, Balanceboard oder einfach „nur“ Jonglieren lernen. Jede koordinative Übung hilft auf dem Bike und hält zudem den Kopf fit!
Ausdauertraining
Energie vor, während und nach dem Training hilft uns, nicht in einen Hungerrast zu fallen und schnell wieder zu regenerieren.
Erholung und Ernährung
Auch das ist ein sehr individueller Bereich. Wer sich zu oft müde, erschöpft und kraftlos fühlt und das nicht ändern kann, sollte das professionell abklären lassen, etwa durch eine Ärztin oder einen Arzt. Wir beschränken uns auf zwei grundsätzliche Tipps:
Mindestens sieben Stunden schlafen ist gut, acht sind noch besser (was bei uns dazu führt, dass wir aus praktisch jedem zweistündigen Film eine sechsteilige Serie machen, um nicht nach 23 Uhr einzuschlafen)
Bewegung braucht Energie. Für uns hat sich sehr bewährt, vor, während und direkt nach intensiver Bewegung energiereich zu essen. Fahren wir in ein Energiedefizit hinein (besonders auf langen Touren), werden wir langsamer und erholen uns schlechter, sind sogar am Tag danach kraftlos.
Hier klicken für den ersten Teil
Weitere Inputs zum Training gibt es in diesem Blog.
Wie hältst du dich im Winter fit für die kommende Saison? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen als Kommentar.
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]]>Der Beitrag Der Frühling ruft! Fit und Familie Teil 1 erschien zuerst auf Trailfamily.
]]>Wenn es endlich ohne Anhänger zum Trail geht, mag der Nachwuchs nicht gleich eine Stunde im Sattel sitzen. Wohin also mit dem sperrigen Kidsbike? Es gibt eine Lösung (inoffiziell).
Beziehungen, Familie und Arbeit brauchen oft so viel Zeit, Energie und Motivation, dass davon wenig übrig bleibt für das Bike-Training. Deshalb hier einige Inputs, wie gezielte Bewegung und das Wohlfühlen im Körper trotzdem möglich sind.
Wichtig zu wissen: Wir sind weder Krafttrainer:in, Physiotherapeut:in noch selbsternannte Fitnessinfluencer:in. Was wir hier schreiben, sind lediglich persönliche Erfahrungen. Kumuliert sind wir über fünf Jahrzehnte in Bewegung, hatten unnötig viele Verletzungen, drei Schwangerschaften und Geburten und ein halbes Dutzend Operationen am Bewegungsapparat.
Was uns hilft, einigermassen fit zu bleiben:
Hauptsache Bewegung
Unsere Zeit in Canada zeigte sehr direkt, wie wichtig Bewegung – und nicht Sport – im Alltag ist. Kaum waren wir in Nordamerika, sassen wir viel mehr im Auto als in der Schweiz. Es fehlten die kurzen Fahrten mit dem Velo zum Einkaufen, zur Arbeit oder in die Krippe. Zu Fuss waren wir noch weniger unterwegs und Treppen gab es so gut wie keine. Einzeln betrachtet fielen zwar nur kleine Bewegungseinheiten weg. In der Summe jedoch machen sie mehr aus, als wir das je für möglich gehalten hätten. Waren wir mal zwei, drei Tage nicht auf dem Trail, fühlten wir uns direkt weniger gut in Schwung.
Wer es sich also irgendwie einrichten kann, regelmässig mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs zu sein, baut sinnvolle Bewegungszeit in den Alltag ein.
Anstrengend, aber mega cool! Bouldern geht drinnen und draussen und die Kids haben auch grosse Freude, an den Felsen rumzuklettern.
Tipps für mehr Bewegung im Alltag mit Velo
Tipp
Ist die Strecke lange und die ÖV-Verbindungen sind nervig? Eine Bekannte von uns hat eine gute Antwort darauf: Sie hat ein altes Velo an einem Bahnhof parkiert, an dem sie umsteigen müsste. Das letzte Stück pedalt sie, ist kaum länger unterwegs als nur mit ÖV und hat sich bewegt.
Ob Gymnastikball, Balanceboard oder einfach „nur“ Jonglieren lernen. Jede koordinative Übung hilft auf dem Bike und hält zudem den Kopf fit!
Tipps für mehr Bewegung ohne Velo
Wieso die Kids nicht einfach zu einer anderen coolen Sportart einladen? Bouldern z.B. ist Fun für Klein und Gross!
Wie hältst du dich im Winter fit für die kommende Saison? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen als Kommentar.
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]]>Der Beitrag Mehr Mädchen auf Mountainbikes! erschien zuerst auf Trailfamily.
]]>Mit RIDE GIRLS starten wir ein Programm, um mehr kleine Mädchen auf das Bike zu bringen. Das geht nicht ohne die Eltern. Deshalb gehen wir dorthin, wo sie in der Freizeit anzutreffen sind.
Kleine Kinder lieben es, auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Dennoch sind viel mehr Jungs auf Bikes unterwegs als Mädchen. Das wollen wir mit dem Programm RIDE GIRLS ändern. Dafür haben wir einen coolen Velo-Parcours für kleine Mädchen entwickelt. Damit gehen wir ab Frühling 2025 auf Tour. Während die Kleinen herumflitzen, erfahren die Eltern vor Ort, wie Mädchen langfristig Freude am Biken haben.
Verschiedene Elemente fördern die Freude und die Geschicklichkeit auf dem Bike.
Fakt ist: wenn die Eltern keinen fundierten Background bezüglich Biken haben, werden Mädchen viel zu oft von schwerfälligen „Mädchenvelos“ und unpassenden Kleidern gebremst. Denn bereits Laufräder werden mit bestimmten Farben und Formen gezielt für Mädchen produziert – und sehen toll aus, sind aber oft klobig und nicht zum kindgerechten Fahren gebaut. Viele Eltern wissen nicht, dass es darauf ankommt, dass das Kidsbike leicht ist und eine sportliche Geometrie hat. Velos die für Mädchen hergestellt werden, efüllen diese Kriterien leider oft nicht und so vergeht den jüngsten Fahrerinnen zu früh die Freude am velölen. Und oder sie werden von den Kleidern gebremst, die sie tragen. Mit einem Roch bleiben sie leicht am Sattel hängen und mit Sandalen oder anderen leichten Schuhen, ist es schwierig ein Laufrad sicher zu bremsen. Auch diese Punkte sind sich viele Eltern nicht bewusst.
Die RIDE GIRLS Events setzen das spielerische Fahren und den Spass auf dem Velo in den Vordergrund.
Deshalb bringen wir das gemeinnützige Programm RIDE GIRLS an den Start. Die Idee: Mit den Mini-Events holen wir nicht nur die Mädchen zwischen zwei und sechs Jahren ab. Im Unterschied zu anderen Angeboten stehen die Eltern ebenso im Fokus. Sie werden in persönlichen Gesprächen sensibilisiert und motiviert, wie sie ihren Mädchen die Begeisterung fürs Biken ermöglichen. Und wenn sich die Erwachsenen getrauen, dürfen sie sich direkt auf ein schwerfälliges Damenrad setzen. Danach steigen sie auf ein leichtes, wendiges Bike. Der AHA-Effekt ist garantiert!
Mit dem Einbezug der Eltern von ausserhalb der Bike-Szene setzt RIDE GIRLS neue Impulse in der Nachwuchsförderung – niederschwellig und als Vorstufe zum Vereinssport. Denn die Freude an der Bewegung entwickeln Kinder bereits in den ersten Lebensjahren.
Früh übt sich. Bikeskills lassen sich schon in den ersten Jahren auf einem Velo aneignen.
RIDE GIRLS startet Ende April in der Stadt Zürich. Die Mini-Events finden in diversen Gemeinschatszentren statt. Die genauen Daten findet ihr in den nächsten Tagen auf ridegirls.ch. Das Angebot stärkt die Nachwuchsarbeit des Vereins Züritrails und soll mittelfristig den Anteil Mädchen in den Kids-Kurs steigern. Mit den Erfahrungen des ersten Jahres wird ein Programm entwickelt, das künftig auch anderen Vereinen und interessierten Organisationen zur Verfügung gestellt wird. Das Ziel ist, Mädchen ausserhalb des Szene für den Bikesport zu begeistern – damit sie sicher und mit Freude auf Stollenpneus unterwegs sind.
Neben Züritrails als Kooperationspartner wird RIDE GIRLS vom Sportamt der Stadt Zürich unterstützt. Dies im Rahmen des Förderprogramms „Atleta – Mehr Mädchen im Sport“. Die Kidsbikes und Helme stellt Wheely Pop, der erste Kidsbikes-Shop der Schweiz, zur Verfügung. Mehr Infos unter RIDE GIRLS.ch.
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]]>Der Beitrag Umgang mit dem Pedal-Boykott erschien zuerst auf Trailfamily.
]]>Wenn es endlich ohne Anhänger zum Trail geht, mag der Nachwuchs nicht gleich eine Stunde im Sattel sitzen. Wohin also mit dem sperrigen Kidsbike? Es gibt eine Lösung (inoffiziell).
Egal wie wir uns verhalten, am Ende bestimmen die Kinder, was sie daraus machen. Etwa, wann sie beim Biken bereit für etwas Neues sind. Das erleben wir derzeit beim Wechsel vom Laufrad auf das erste Pedalbike. Uns ist bewusst, dass das mit Druck nicht besser klappt. Druck erzeugt Stress und den versuchen wir auf praxistauglichem – sprich tiefem – Niveau zu halten.
Das bedeutet: Pedalen anbieten, ausprobieren – und wieder zurück aufs Laufrad, wenns grad gar nicht klappt. Trotzdem finden wir: es ist Zeit, mit Pedalen zu fahren. Das hat das grosse Geschwister in dem Alter auch getan. Jetzt kurbelt er als Vorbild herum, das Material passt, Gelegenheiten zum “einfach mal Pedalieren” gibt es genug. Dennoch will der Kleine partout nicht reintreten.
Pedalbike ja – aber bitte ohne Pedalen.
Diese Liste wiederholen wir inzwischen seit Monaten und üben uns in Geduld. Es hilft alles nichts, die Pedalen liegen lose herum. Gleichzeitig steigt beim Kleinen der Frust, dass der Grosse bei den Wettrennen immer gewinnt. Das hat natürlich nur bedingt mit dem Laufvelo und viel mit dem Altersunterschied von zwei Jahren zu tun. Dennoch sagen wir irgendwann: “Wenn du mit Pedalen fährst, wirst du schneller und kannst ihn irgendwann einholen.”
Das löst zwar nur einen kurzen Wutanfall aus, als Motivation funktioniert es aber auch nicht. Kommt hinzu: mit dem Laufrad flitzt er so rassig los, dass er auf den ersten Metern schneller als der Grosse ist. Was also tun?
An- und Abschrauben ist das Motto. Pedalen und Imbus sind immer in Griffnähe.
Wir bleiben dabei und bieten immer mal wieder an, die Pedalen anzuschrauben, lassen sie dann ohne Murren weg, vermeiden Druck und verhalten uns in der Regel wie oben aufgelistet. Und wir müssen eine Regel akzeptieren, die immer gilt: Kinder haben ihr eigenes Tempo.
Doch irgendwann mussten wir uns eingestehen: wir können die Pedal-Verweigerung nicht verstehen, sind ratlos und auch etwas genervt. Bis eine Bekannte sagte, sie kenne diese Situation mit ihrer Kleinsten. Die hat zwei grössere Geschwister, sprich Vorbilder, und habe eines Tages gesagt: “Mit Vier fahre ich Pedalen”. Und tatsächlich: an ihrem vierten Geburtstag pedalte sie los.
Tolle Story, dachten wir. Und als die Pedalen wiedermal ganz blöd waren, da fragten wir unseren Dreieinhalbjährigen, wann er denn treten will, wenn nicht jetzt. Prompt sagte er: “Wenn ich Vier bin.”
Happy sein beim velölen hat jetzt aber auch gar nichts mit Pedalen zu tun.
Wir sind gespannt. Und üben uns bis dann – und wenn nötig darüber hinaus – in Geduld. Update folgt!
Mehr zum Thema: Wie man Kids fürs Biken motiviert.
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]]>Der Beitrag Biken nach einer Schwangerschaft: Tipps und wertvolle Infos erschien zuerst auf Trailfamily.
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Teil 4 & 5: Auf was zu achten ist, wenn du nach der Schwangerschaft wieder mit dem Biken anfangen willst. Und last but not least: Unterschied vaginale Geburt versus Kaiserschnitt.
Wie kann ich mich nach der Rückbildung aufs Biken vorbereiten?
Was es für Gravel und Trail fahren braucht ist eine gute Körperhaltung. Die Frau muss die Statik gut halten können. Das Becken und der Brustkorb müssen gut übereinanderstehen. Sie darf nicht in eine runde Haltung fallen. Wenn sie eine gute Haltung hat, ist der Beckenboden auch gestützt. Beim Velo fahren sitzt die Frau nach vorne gekippt – je flacher die Position – z.B. beim Rennrad, desto anstrengender ist es für die Muskulatur, die aufrechte Position zu halten, um nicht in eine Rundhaltung zu fallen.
Die Statik ist also wichtig aber auch Kraft in den Beinen und im Gesäss. Fehlt die Beinkraft, schiebt sich das Becken eher in eine runde Position.
Ist die Vorbereitung eine andere, wenn ich Schotterweg fahre (Gravel) oder Trails shredden möchte?
Die Gebärmutter ist zwar nach 10 Tagen wieder zurückgebildet, aber die Bänder sind noch viel zu lange. Bis sich die Bänder zurückgebildet haben (ca. 9 Monate) springt die Gebärmutter bei jedem Schlag, bei jeder Erschütterung auf und ab und es gibt jedes Mal einen kleinen Schlag auf den Beckenboden. Das kann dazu führen, dass die Frau dauernd aufs Klo muss.
Das heisst, mit dem Gravel über Schotter zu fahren ist nicht besser für den Beckenboden.
Falls möglich, soll die Frau am Anfang auf ein MTB-Fully sitzen, viel bergauf fahren und auf ihre Haltung achten. So braucht und trainiert sie die Bein- und Gesässmuskulatur, aber es kommt weniger zu Schlägen auf den Beckenboden.
Pedalbike ja – aber bitte ohne Pedalen.
Um Trails runterzufahren, braucht es dann zusätzlich viel Stabilität aus der Körpermitte.
Da braucht es eine gute Rumpfmuskulatur, da das Körpergewicht hinter dem Sattel ist. Wichtig ist, sich im Rücken nicht rund zu machen. Sonst schiebt sich das Becken nach vorne, dann stimmt der Schwerpunkt nicht mehr. Es braucht viel Kraft in den Beinen, Oberschenkel, Gesäss und Rumpf. Und in den Armen.
Übungen zur Vorbereitung aufs Biken nach der Rückbildung:
Balancetraining jeglicher Art fördert die Koordination und die Ansteuerung der tiefen Bauchmuskulatur.
Auf dem Bike:
Denn fährt das Kind im Anhänger mit, ist die Konzentration beim Kind und Anhänger.
Don’ts: nicht zu früh zu viel, kein Druck auf den Beckenboden.
Tipp: Auf der Rolle kann schon früh trainiert werden. Ohne grossen Widerstand, einfach den Puls etwas in die Höhe jagen.
Mit der richtigen Vorbereitung ist Trail fahren ein super gutes Training, da Ausdauer, Kraft, Reaktion und Koordination trainiert werden.
Trailfahren ist ein ausgezeichnetes Training, bei welchem Ausdauer, Kraft, Reaktion und Koordination traininert wird. Voraussetzung ist ein solides Aufbautraining nach der Schwangerschaft.
Teil 5: Unterschied vaginale Geburt versus Kaiserschnitt.
Es gibt den Glauben, dass Frauen, die per Kaiserschnitt gebären, danach keine Probleme mit dem Beckenboden haben. Stimmt das?
Nein. Primär ist das Anstrengende für den Beckenboden die Schwangerschaft selber und nicht der Weg, wie das Kind geboren wird. In Studien gibt es keinen Unterschied in Bezug auf Inkontinenz zwischen Frauen, die mit Kaiserschnitt oder vaginal geboren haben. Im ersten Jahr nach einer vaginalen Geburt sind die Beckenboden- und Inkontinenzprobleme grösser. Aber später gibt es keinen Unterschied mehr. Eine Frau kann die genau gleichen Probleme nach einem Kaiserschnitt – und vor allem nach mehreren – haben, wie Frauen, die vaginal gebären.
Bräuchte es zu diesem Thema noch mehr Aufklärung? Ich selber habe diese Meinung nämlich viel gehört.
Ja, ich kenne diese Meinung auch – sogar von Ärzten und Ärztinnen (meist ältere Generation). Bei diesen Ärzt:innen helfen auch keine Studien. Und wenn die Frauen das so vom Arzt oder der Ärztin ihres Vertrauens gesagt bekommen, machen sie natürlich auch keine Rückbildung.
Beim Kaiserschnitt wird nicht nur dort operiert, wo die Naht sichtbar ist. Sieben Schichten werden durchtrennt und wieder genäht. Alles muss danach wieder ansteuerbar und gegeneinander verschiebbar sein. Wie soll das einfach alles wieder perfekt funktionieren? Die Frauen müssen nach dieser OP lernen, ihre Bauchwand wieder anzusteuern. Nach einer Knie-OP macht man auch Reha. Oder nach einem Bruch muss man wieder lernen, sich zu bewegen. Das ist bei einem Kaiserschnitt nicht anders.
Es gibt auch die Ansicht, dass durch das Wegfallen des Pressens während der Geburt der Beckenboden viel weniger belastet wird.
Verletzungen am Beckenboden heilen meist sehr schnell. Die Belastung während der ganzen Schwangerschaft ist für den Beckenboden extrem anspruchsvoll. dieser Zeit gibt es für den Beckenboden nie eine Entlastung. Das Gewicht ist immer auf dem Beckenboden. Der wird belastet und braucht Zeit, um sich wieder zu regenerieren. Egal, auf welchem Weg die Geburt stattfindet.
Das ist der letzte Teil des Interviews mit Kirsten Zimmermann. Über das Thema Schwangerschaft und Sport und die möglichen Probleme, mit welchen Frauen / Mütter zu kämpfen haben, wenn keine oder die falsche Rückbildung gemacht wird, wird immer noch viel zu wenig gesprochen. Bitte teilt diese Artikel und ermutigt Mütter, Fragen zu stellen und über Probleme zu sprechen!
Teil 1: Richtiges Training beginnt bereits in der Schwangerschaft – findest du hier
Teil 2: Die Rückbildung – die wichtigste Investition in die Zukunft nach der Geburt – findest du hier
Teil 3: Rektusdiastase – was ist das eigentlich genau? – findest du hier
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Teil 3: Rektusdiastase
Du hast die vorderen Bauchmuskeln erwähnt, die nach jeder Geburt auseinanderstehen. Diese Veränderung wird Rektusdiastase genannt. Was ist das genau?
Bei der Rektusdiastase stehen die geraden Bauchmuskeln zu weit auseinander und können ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Hinzu kommt, dass die Faszie der Mittellinie zwischen den Muskeln dünner wird. Laut offizieller Definition steht bei einer Rektusdiastase die Muskulatur 22 mm oder mehr auseinander. Allerdings stammt diese Zahl von einer Studie, die vor 60 Jahren mit sehr wenigen Frauen durchgeführt wurde. Seither richten sich die Ärzt:innen leider danach. Immer mehr aktuelle Studien zeigen jedoch, dass der Abstand der Muskelstränge auch deutlich breiter sein kann und darf – und in der Bevölkerung auch ist. Demnach kann die Muskulatur trotz grösserem Abstand richtig und problemlos funktionieren. Es ist davon auszugehen, dass Abstände von 15 mm bis 35 mm als normal gelten können. Entscheidend ist aber nicht eine Zahl, sondern der Zustand der Frau.
Was wären dann die Symptome – gibt es klassische Rektusdiastase-Schmerzen?
Rückenschmerzen sind häufig, weil die Rückenmuskulatur die Arbeit für den Bauch übernimmt. Oder ein Druck auf den Beckenboden, Inkontinenz, ein Fremdkörpergefühl in der Scheide, ein Kippen ins Hohlkreuz, so dass das Becken nach vorne kippt oder der Unterbauch stark raussteht.
Ich dachte, die Inkontinenz hat mit dem Beckenboden zu tun?
Ja genau. Und jetzt wirds spannend. Es hängt nämlich alles aneinander. Der Transversus (tiefe Bauchmuskulatur) macht ein Wrap-around um die Körpermitte und der Beckenboden ist durch fasziale Verbindungen direkt mit dem Transversus verbunden. Ich nehme zur Visualisierung gerne eine Coladose als Beispiel: die rote Banderole stellt den Transversus dar und der Dosenboden ist der Beckenboden. Die faszialen Verbindungen schaffen immer in einer Synergie zusammen. Wenn der BB angespannt wird, kommt der untere Transversus auch mit und umgekehrt. Wenn die beiden nicht gut zusammenarbeiten können, entsteht Druck auf den Beckenboden.
Das heisst bei einer Rektusdiastase muss auch immer ein Beckenbodentraining gemacht werden?
Ja, das gehört zusammen.
Gibt es überhaupt Frauen, die keine Rektusdiastase bekommen?
Es ist ganz normal, dass die gerade Bauchmuskulatur auseinanderweicht, wenn die Frau ein Termingeborenes, normal grosses Baby bekommt. Dafür ist der weibliche Körper gemacht. Nur soll nach Abschluss der Rückbildung die Muskulatur wieder zusammen sein, damit alles wieder gut funktioniert. Ein Abstand der Bauchmuskulatur gibt es beim Geburtstermin zu 100% bei jeder Frau. Auch der Bauchumfang, z.B. bei einem grossen Baby, spielt eine Rolle ob der Abstand gross ist.
Kirsten Zimmermann in ihrer Praxis in Affoltern a. Albis.
Können sich Frauen also auf ihr Körpergefühl verlassen, auch wenn sie etwas mehr als die 22 mm bei sich selber messen, sich dabei aber gut fühlen?
Ja. Meine Definition ist, dass die richtige Muskulatur angesteuert wird und im System ihres Körpers richtig funktioniert. Jeder Muskel muss seinen richtigen Gegenspieler ansteuern und es dürfen keine Kompensationsstrategien im Körper auftreten. Die Frau darf keine Schmerzen und keine Symptome haben, die darauf hindeuten, dass die Muskulatur nicht gut funktioniert. Ob der Körper die Muskulatur im System gut ansteuert, dass kann ein:e Profi sehen, tasten oder im Ultraschall feststellen. Wird bei richtiger Muskulaturansteuerung ein Abstand von z.B. 30 mm zwischen den geraden Bauchmuskeln gemessen, ist trotzdem alles in bester Ordnung. Das kann bei jeder Frau anders sein. Deswegen sollen Frauen nicht festgefahren auf diese Millimeter sein, sondern testen lassen, ob die Muskulatur funktioniert.
Willst du noch mehr zum Thema Rektusdiastase erfahren?
Hier gehts zum Interview zu diesem Thema, welches die Klinik (Hirslanden) Im Park mit Kirsten Zimmermann geführt hat.
Teil 4 – Unterschied vaginale Geburt versus Kaiserschnitt – bald auf diesem Kanal
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Teil 2: Rückbildung
Beckenbodentraining wird oft in einem Satz mit Rückbildung nach der Geburt genannt. Was sind die Zusammenhänge, was der Unterschied?
Beckenbodentraining zielt spezifisch auf die Beckenbodenmuskulatur ab. Damit kann jede Frau beginnen, ob sie 17 oder 60 Jahre alt ist. Es ist immer sinnvoll und hat nicht direkt mit einer Schwangerschaft und Geburt zu tun. Die Rückbildung beinhaltet viel mehr. Sie geht auf die Veränderungen durch die Schwangerschaft ein, die Mutterschaft und den Alltag mit dem neuen Baby. Das Beckenbodentraining ist der Anfang und die Basis in der Rückbildung. Wichtig ist aber auch die richtige Atmung, das Ansteuern der tiefen Bauchmuskulatur. Letztendlich ist Rückbildung ein ganzheitliches Körpertraining.
Was bedeutet Rückbildung überhaupt?
Wenn eine Frau einmal schwanger gewesen ist, wird nie wieder alles genauso sein wie früher. Rückbildung bedeutet, die Veränderungen so gut es geht wieder zurückzubilden. Das betrifft die Belastung des Beckenbodens, die Ausdehnung des Bauches, die Haut über der Muskulatur und die ausgedehnten Faszien – das Bindegewebe um Muskeln und Organe. Auch das Zwerchfell hat eine ganz andere Position nach der Geburt, weil das Baby viel Platz braucht. Während der Rückbildung müssen die Frauen wieder die tiefe Atmung, den richtigen Atmungsrhythmus finden.
Was gehört noch zur Rückbildung?
Viele Bänder sind verlängert, die Gebärmutterbänder sind viermal so lang am Geburtstermin. Ist das Baby geboren, sind die Bänder immer noch so lang. Die Gebärmutter wird innerhalb von zehn Tagen wieder kleiner, aber die Bänder brauchen bis zu neun Monate, bis sie wieder auf ihre ursprüngliche Länge zurück geschrumpft sind. Dazu kommt die Körperstatik. Während der Schwangerschaft lehnt sich die Frau mit der Brustwirbelsäule zurück, damit sie quasi nicht umfällt. Diese Haltung muss wieder korrigiert werden, damit sie nicht in der “schwangeren” Haltung bleibt.
Wer vor der Schwangerschaft fit ist, fragt sich vielleicht, wieso die ganze Rückbildung überhaupt so wichtig ist.
Stell dir vor, du hast einen ganz ausgedehnten Beckenboden, welcher die Organe nicht mehr halten kann. Das kann dazu führen, dass sich Organe wie Blase, Darm und Gebärmutter absenken. Das führt zu Beschwerden. Auch wenn das Zwerchfell lange einen Hochstand hat, kriegen die Frauen Atemprobleme. Die Rippen stehen mehr auseinander, dadurch arbeiten die Bauchmuskeln nicht mehr richtig. Also übernimmt der Rücken, was ihn überlastet. Das Becken kippt weiter nach vorne, das führt zu Blasenproblemen. Daraus können anhaltende Verspannungen, Rückenschmerzen und andere Probleme entstehen.
Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft sportlich waren, und in der Schwangerschaft sportlich bleiben, haben gute Strukturen und super Voraussetzungen, um danach wieder schnell fit zu sein. Weil der Körper dadurch die Anstrengungen und Veränderungen der Schwangerschaft viel besser kompensiert. Die Frauen haben viel weniger Beschwerden und nach der Geburt geht die Rückbildung dann viel zügiger, weil der Körper auf Ressourcen zurückgreifen kann. Ein trainierter Körper hat dann die Möglichkeit und die Kraft, die Statik zu halten. Eine untrainierte Frau hat nach der Geburt erstmals schon Mühe gerade zu sitzen.
Findet eine Frau schnell zu ihrer Statik zurück, wird sie schneller wieder ihren gewohnten Sport betreiben können.
Rückbildungstraining ist auch zwischendurch und mit Baby möglich.
Betrifft die Rückbildung demnach alle Frauen, die geboren haben?
Ja, denn wenn die Körperstatik nicht mehr stimmt und nicht jeder Muskel das macht, was er soll, muss ein anderer Muskel übernehmen, also kompensieren. Und wenn ein Muskel über eine längere Zeit kompensieren muss, dann tut es irgendwann weh. Die umliegenden Muskeln verspannen sich und es kann sich eine eigentliche Spirale aus Beschwerden entwickeln. Das tangiert die Frauen unterschiedlich stark, früher oder später betrifft es viele, die sich nicht um die Rückbildung kümmern.
Du betonst, dass Rückbildungstraining kein Bauch-Beine-Pro-Training ist. Was ist denn das Problem bei diesem Training?
Bauch-Beine-Po-Training zielt auf die oberflächliche, die globale Muskulatur ab. Das Ziel ist, sichtbare Muskeln aufzubauen. Rückbildung setzt an der innersten Muskulatur an, am Beckenboden, an der tiefen Bauch- und Rückenmuskulatur und am Zwerchfell. Die gezielte Atmung, das Anspannen des Beckenbodens und der Tiefenmuskulatur, das ist das erste, was es nach der Geburt braucht. Danach geht es darum, dass sich die Frauen wieder in die richtige statische Haltung bringen. Erst danach folgt das Ansteuern der äusseren, globalen Muskeln.
Was passiert bei falschem Training?
Sechs Wochen nach der Geburt kann jede Frau rein theoretisch einen Deadlift, also eine Langhantel, mit viel Gewicht heben. Aber die Meisten werden dabei nicht atmen und danach vielleicht sogar dringend aufs Klo müssen. Der Grund: Sie kann ihre Körpermitte nicht kontrollieren. Die gute Statik ist jedoch entscheidend für die erfolgreiche Rehabilitation. Wer instabil ist und die tiefe Muskulatur nicht anspannen kann, dann aber mit Bauch-Beine-Po-Programmen trainiert, erzeugt häufig ganz viel Druck im Bauch. Druck, welcher nicht gut verteilt wird, sondern immer zur schwächsten Stelle geht, nämlich zum Beckenboden oder zur vorderen Bauchwand. Das kann zu einer ungesunden Hohlkreuzhaltung führen oder dazu, dass der Beckenboden übermässigen Druck bekommt und sich ein Inkontinenz-Problem entwickelt. Das falsche Training kann auch die Rückbildung der vorderen Bauchmuskeln beeinträchtigen, die durch die Schwangerschaft auseinanderstehen. Zudem steigt durch Fehlbelastungen das Risiko für Rückenschmerzen
Die individuelle und gezielte Rückbildung über längere Zeit ist also sehr wichtig, wird jedoch oft in Gruppen-Kursen und relativ schnell “erledigt”. Gibt es mittlerweile mehr Fachfrauen, die sich auf das Thema spezialisieren?
Hebammen und Physiotherapeutinnen geben seit langem Rückbildung. Bereits vor über 20 Jahren habe ich mich Richtung Rückbildung und Beckenboden-Training weitergebildet. Seither hat sich die Zahl der Fachfrauen in diesem Bereich leider nicht gross verändert. Was es heute viel häufiger gibt, sind Yoga- und Pilates-Studios und Privatpersonen, welche sich nach einer Schnellbleiche Rückbildungs-Profi nennen. Solche Angebote gibt es mittlerweile unzählige. Oft sind sie sehr unqualifiziert und ohne medizinischen Bezug.
Ratest du von Yoga und Pilates für die Rückbildung generell ab?
Nein, aber die Anbieterinnen brauchen eine gute Ausbildung, ein gutes Fundament, damit sie die Frauen kompetent anleiten können. Leider gibt es wenig Zertifikate, die den Interessentinnen zeigen, ob die angegebene Ausbildung gut ist oder nicht. Vor allem beim Pilates: Dort gibt es Wochenendkurse, wo die Frauen sich danach Pilates-Instruktorin nennen dürfen. Oft werden dann Inhalte ins Netz gestellt, die schlecht sind und Mütter sich beim Training sogar schaden können.
Ist das Rückbildungstraining überhaupt je abgeschlossen? Wann weiss eine Frau, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mit Bauch-Beine-Po anfangen zu können?
Wie lange die Rückbildung dauert, ist nicht pauschal zu sagen. Mein Wunsch wäre es, dass jede Frau individuell angeschaut würde.
Jede Frau ist anders. Am Anfang sollte der Fokus immer auf Beckenboden, Atmung und Tiefenmuskulatur liegen. Und auch in der Rückbildung kommen irgendwann Bauch, Beine und Po dazu. Zuerst wird sanft angefangen und dann kontinuierlich gesteigert. So lernt die Frau alle Übungen stabil zu halten und aufzubauen. Der Übergang in die jeweilige Sportart, die angestrebt wird, ist am Schluss fliessend.
Kirsten Zimmermann in ihrer Praxis in Affoltern a. Albis.
Heisst das konkret, dass die Frauen, die Rückbildung betreiben, es selber spüren sollten, wenn sie wieder parat sind um unbeschwert und unbedenklich Sport zu treiben?
Ja, und das sollten sie im Rückbildungskurs lernen. Denn dort wird sanft mit Übungen gestartet und dann immer weiter gesteigert. Im Rückbildungskurs wird zwingend auch der Alltag berücksichtigt. Wie halte und trage ich das Baby, wie sitze ich, wie gehe ich aufs Klo, wie stille ich. So lernen die Frauen sich und ihren Körper im Alltag zu spüren und zu urteilen, was sie können und was möglich ist.
Auch wird mit jeder Frau individuell besprochen, wie sie wieder in ihren alten Sport zurück kann, etc.. In der Rückbildung kann individuell auf die Bedürfnisse der Frau und ihren körperlichen Zustand eingegangen werden.
Beispielvideos und Online Rückbildungsprogramm
Kirsten Zimmermann hat für die Hirslandenklinik ein Rückbildungsprogramm mitenwickelt.
Es gibt Beispielvideos zu den Themen „Richtiges Hinlegen, Hinsetzen und Aufstehen“, „richtige Bauchatmung“ und vieles mehr. Zu den Videos gelangst du hier.
Auch stellt die Hirslanden Gruppe ein Rückbildungsprogramm zur Verfügung, welches in drei Stufen aufgebaut ist.
Über Kirsten Zimmermanns Website könnt ihr auch direkt einen Termin bei ihr vereinbaren. Kleiner Tipp von mir: Genug früh an die Rückbildung denken und einen persönlichen Termin bei einer gut ausgebildeten Hebamme abmachen!
Nebst dem, dass ich die ganze Schwangerschaft hindruch auf meinem Bike Trails gefahren bin, habe ich auch sehr spezifisch trainiert.
Bist du schwanger, aber willst trainieren und bist nicht sicher wie? Im Teil 1 „Richtiges Training beginnt bereits in der Schwangerschaft“ erfährst du alles über das richtige Training in der Schwangerschaft und du kannst gleich einige Übungen mitmachen.
Teil 3 – Rektusdiastase, bald auf diesem Kanal
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Der Beitrag Die Rückbildung – die wichtigste Investition in die Zukunft nach der Geburt erschien zuerst auf Trailfamily.
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Persönliches Intro von Giorgia Müller, Co-Founderin von Trailfamily:
Vor 17 Jahren, als meine Tochter zur Welt kam, wusste ich nichts zum Thema Rückbildung. Nicht einmal, was das eigentlich ist. Auch hatte ich keine Hebamme nach der Geburt, welche zu mir nach Hause kam. Ich fragte mich, wofür ich die brauchen sollte. Meine damalige Gynäkologin hat mich weder über das Eine noch über das Andere aufgeklärt. Ich war jung und hatte zum Glück nach der Geburt und auch Jahre später keine Beschwerden.
Bei meinen beiden Nachzüglern – 12 Jahre später – habe ich schon während der Schwangerschaft ein spezifisches Schwangerschaftstraining mit Übungen und Fokus auf den Beckenboden gemacht und nach der Schwangerschaft ein Rückbildungsprogramm absolviert. Zum Glück! Ich war bei diesen Schwangerschaften schon älter und ich bin mir sicher, ohne dieses unterstützende Training wäre ich nicht wieder so fit, wie ich es heute bin.
Während der gesamten Schwangerschaft ist es von Vorteil, gezielt zu trainieren, um nach der Schwangerschaft schneller wieder fit zu werden. Am besten lässt du dich von deiner Gynäkologin oder Hebamme beraten.
Weil ich das Thema enorm relevant und wichtig für jede (werdende) Mutter finde und wir mit unserer Plattform junge Familien ansprechen, haben wir ein Interview mit Kirsten Zimmermann gemacht. Sie ist seit 20 Jahren diplomierte Hebamme und führt seit 8 Jahren ihre Sprechstunde für Rumpfrehabilitation & Rektusdiastase.
Sie erklärt uns, was jede Frau zur Vorsorge und Rehabilitation bei Schwangerschaft und Geburt tun kann, weshalb Training zentral für die Gesundheit ist und sportlich sein alleine nicht reicht. Wieso Bauch-Beine-Po-Training erstmal vermieden werden sollte und worauf es ankommt, um wieder stark zu werden für die Belastungen im Alltag und auf dem Bike. Auch zeigt sie auf, welche Folgen die natürliche und Kaiserschnitt-Geburt für die Bauchmuskeln haben,
Das Interview haben wir in mehrere Beiträge unterteilt, welche wir nacheinander aufschalten werden. Die Thematik ist so komplex, dass wir nicht alles in einen Beitrag packen wollten.
Teil 1: Schwangerschaftstraining
Der Körper macht durch die Schwangerschaft und Geburt enorm grosse Veränderungen durch, die Frauen vor riesige Herausforderungen stellen. Gleichzeitig werden sie von vielen Seiten mit Ratschlägen eingedeckt. Ein Mythos, der bis heute nicht verschwunden ist: Sport während der Schwangerschaft sei ein Risiko für das Kind und gar die Mutter. Bis heute beginnen Frauen ein Schonprogramm, wenn der Schwangerschaftstest positiv ist. Wie steht es um die Angst vor Sport bei Schwangeren?
Zum Glück ist die Angst heute viel weniger verbreitet. Schwangere Frauen, die im Park joggen, werden auch nicht mehr komisch angesprochen.
Wie sieht es bei sportlichen Frauen aus, sollen sie in der Schwangerschaft wie gewohnt trainieren?
Von ärztlicher Seite wird den Frauen empfohlen, Sport zu machen und sich zu bewegen. Etwas zu machen, was gut tut. Das Beste für die Frauen wäre es allerdings, wenn ihnen ein spezifisches Schwangerschaftstraining empfohlen würde.
Weshalb reicht der Lieblingssport nicht aus?
In der Regel kräftigt er kaum gezielt den Rumpf und Beckenboden. Dieser ist jedoch zentral für das Wohlbefinden und die Funktion des Körpers, insbesondere während und nach der Schwangerschaft. Wird der Rumpf und Beckenboden bereits in der Schwangerschaft trainiert, gibt es erfahrungsgemäss weniger Verspannungs- und Rückenbeschwerden vor der Geburt. Und die Frauen sind nach der Geburt schneller wieder fit, sind nicht so müde, dafür vitaler. Sie stehen schneller wieder auf und gehen raus für einen Spaziergang.
Hat ein Rumpffraining in der Schwangerschaft einen Einfluss auf den Abstand der Bauchmuskulatur, welcher in jeder Schwangerschaft entsteht?
Ja, das hat einen Einfluss. Wenn die Frau den Transversus gut trainiert hat und gut ansteuern kann und auch im Alltag benutzt, dann wird der Abstand der geraden Bauchmuskulatur nicht so gross und geht schneller nach der Geburt wieder zurück.
Deshalb ist es das Beste, wenn die schwangeren Frauen die tiefe Bauchmuskulatur schon während der Schwangerschaft trainieren und aktiv ansteuern.
Ein weiterer Vorteil eines solchen Schwangerschaftstrainings: Es ist ein absolut sicheres und sinnvolles Training, welches nur Vorteile bringt und sich gut in ein normales Training integrieren lässt.
Die untenstehenden Übungen sind eine kleine Auswahl von der Gesundheitsförderung Schweiz. Bitte fragt eine Hebamme oder eure:n Gynäkolog:in um weitere Übungen.
Beckenbodenübung 1
Lege dich auf den Rücken und stelle die Beine schulterbreit auf. Hebe den Po so weit an, bis Oberschenkel und Oberkörper eine Linie bilden. Bei dieser Bewegung werden auch Bauch- und Rückenmuskeln beansprucht. Das Gewicht ruht auf den Schulterblättern. Hebe die Füsse nun viermal im Wechsel wenige Zentimeter vom Boden. Achte darauf, das Becken waagerecht zu halten. 3 x 4 Wiederholungen. Grafik: swissmom/Gesundheitsförderung Schweiz
Beckenbodenübung 2
Knie dich hin. Dabei stütze dich auf deine Arme und strecke die Füsse nach hinten aus. Jetzt hebe die Knie langsam vom Boden ab und atme dabei aus. Der Rücken bleibt gerade. Halte die Spannung einen Moment und senke dann die Knie wieder ab. 3 x 5 Wiederholungen. Grafik: swissmom/Gesundheitsförderung Schweiz
Beckenbodenübung 3
Richte dich im Kniestand auf. Falte die Hände locker im Nacken zusammen. Spanne nun den Oberkörper an und neigen dich beim Ausatmen leicht nach hinten. Po und Rücken bilden weiterhin eine Linie.
3 x 5 Wiederholungen
Beckenbodenübung 4
Lege dich auf die Seite, der untere Arm liegt unter dem Kopf, der obere ist vor der Brust aufgestellt, die Füsse liegen aufeinander. Drücke nun die Fersen fest aufeinander und spreize das obere Knie. Dabei atme aus, halte die Position einen Moment und schliesse die Knie beim Einatmen wieder. 3 x 5 Wiederholungen. Grafik: swissmom/Gesundheitsförderung Schweiz
Beckenbodenübung 5
Setze dich aufrecht und mit leicht gespreizten Beinen auf einen Stuhl. Umfasse dein rechtes Knie mit beiden Händen, ziehe es leicht an den Körper heran und halte diese Stellung für einige Sekunden. Dann lass das Knie plötzlich los und strecke beide Arme empor. Danach führst du die Übung mit dem linken Knie durch.
Je 5 Wiederholungen
Willlst du gleich Teil 2 – „alles über die Rückbildung“ lesen? Hier gehts direkt zum Blogbeitrag.
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Seit einiger Zeit setzen wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit und Biken als Familie auseinander. Deshalb werden wir dazu regelmässig Beiträge auf trailfamily.ch veröffentlichen. Den Start macht dieses Interview zum ersten Schweizer Shop, der komplett auf Occasions-Bikes setzt.
Lege dich auf den Rücken und stelle die Beine schulterbreit auf. Hebe den Po so weit an, bis Oberschenkel und Oberkörper eine Linie bilden. Bei dieser Bewegung werden auch Bauch- und Rückenmuskeln beansprucht. Das Gewicht ruht auf den Schulterblättern. Hebe die Füsse nun viermal im Wechsel wenige Zentimeter vom Boden. Achte darauf, das Becken waagerecht zu halten. 3 x 4 Wiederholungen. Grafik: swissmom/Gesundheitsförderung Schweiz
Seit zwei Jahren gibt es in Zürich einen Bikeshop, der ausschliesslich gebrauchte Mountain- und Gravelbikes verkauft. Im Angebot sind hochwertige Bikes in top Zustand. Wie es dazu kam und wohin das Konzept führen soll, sagt Co-Inhaber Claudio Bassin.
Ihr schreibt: „Auf der Suche nach neuen Abenteuern sind wir auf die Idee gekommen, die hinter Bikerevier steckt“ Wie müssen wir uns das vorstellen?
Carina und ich arbeiten seit 15 Jahren zusammen beim selben Arbeitgeber. Eines Tages stellten wir uns die Frage: „War’s das mit der beruflichen Erfüllung, oder hat das Arbeitsleben noch mehr für uns parat?” Schnell wurde uns klar, dass nur die berufliche Selbständigkeit auch wirklich Selbstbestimmung bedeutet und wir suchten nach einer prickelnden Idee.
Wieso gebrauchte Bikes?
Der Fokus lag von Beginn weg auf unserer gemeinsamen Begeisterung für den Bikesport. Da wir gleichzeitig aus Überzeugung die Kreislaufwirtschaft unterstützen, kombinierten wir die beiden Themen kurzerhand miteinander. So waren die Eckpfeiler des Konzepts von Bikerevier eingeschlagen. Seither rezirkulieren wir gebrauchte, hochwertige Gravel- und Mountainbikes. Und es macht mächtig Spass!
Was sind eure ursprünglichen Berufe?
Wir haben an der Fachhochschule Biotechnologie studiert und planen nun Pharmafabriken in einem Ingenieurbüro. Entsprechend war die Fahrradbranche Neuland für uns. Wir konnten uns aber schnell ein super Netzwerk aufbauen und freuen uns über alle coolen Leute die wir in der Szene bisher kennenlernen durften.
Arbeitet ihr mittlerweile voll und ganz für Bikerevier?
Nein. Wir arbeiten beide noch Teilzeit in unserem angestammten Beruf. In der übrigen Zeit haben wir das Privileg, uns dem Aufbau von Bikerevier und dem Familienleben widmen zu dürfen.
Darstellung des Kreislaufs, der dank Bikerevier entsteht.
Was hat es mit dem Namen auf sich?
Bike steht für Gravel- und Mountainbike,
Re für „Revidieren, Reuse, Recycle“,
Vier für unsere Kernaktivitäten: Wir kaufen (1), revidieren (2), verkaufen (3) und vermieten (4) gebrauchte, hochwertige Gravel- und Mountainbikes.
Macht ihr alles selbst, vom Einkauf über die Revision bis zum Verkauf, Backoffice, Website, Bilder etc.?
Das volle Programm. Genau dieser Aspekt macht für uns die Arbeit auch so spannend und abwechslungsreich. Das einzige was wir momentan noch extern an unseren Partnershop Biroma geben, ist der Service an den Federelementen und hydraulischen Sattelstützen.
Habt ihr euch das Velo-Handwerk selber beigebracht?
Um meine handwerklichen Skills an den Bikes zu festigen, habe ich eine Quereinsteiger-Ausbildung an einer Park-Tool-School absolviert. Alles Andere, vom Fotografieren über Marketing, Soziale Medien, Buchhaltung, etc. eignen wir uns mit Unterstützung von Freund:innen selber an. Herzlichen Dank an alle Supporter:innen an dieser Stelle!
Euer Konzept ist viel aufwändiger als der Verkauf von neuen Bikes, die ausgepackt und fertig montiert werden. Ihr macht an den gebrauchten Bikes einen aufwändigen Service mit detailliertem Bericht und Bildern, die ihr einzeln online stellt. Betreibt ihr Bikerevier aus Enthusiasmus oder ist das Geschäftsmodell gewinnbringend?
Noch treibt uns der Enthusiasmus an, aber das Ziel ist natürlich, mindestens kostendeckend zu arbeiten. Auf die Forbes-Liste der Milliardär:innen schaffen wir es damit nicht. Unser Handeln fusst auf einem Businessplan, der uns sagt, wie hoch der Deckungsbeitrag eines Bikes sein muss und wie viele Bikes pro Jahr wir verkaufen oder vermieten müssen, um wirtschaftlich zu sein. Bis jetzt sind wir auf Kurs.
Sind von der Kreiswirtschaft überzeugt: Carina Graf und Claudio Bassin.
Wie viele Fahrräder verkauft ihr jährlich – oder: Ist das Ziel für 2024?
2023 waren es 30 verkaufte Bikes bei einem Dutzend Vermietungen. 2024 sollen es 60 sein und mit 80 Bikes decken wir unsere Kosten. Zusätzlich zum Verkauf und der Vermietung kümmern wir uns weiterhin um die Bikes unserer Kund:innen als Servicedienstleistung.
Wer kauft bei euch?
Häufig sind es Einsteiger:innen, die zuerst ein Bike mieten, um herauszufinden, ob ihnen der Bikesport Spass macht. Meistens entscheiden sie sich nach der Miete zum Kauf. Weniger häufig kommen „eingefleischte“ Biker:innen zu uns, wahrscheinlich auch, weil diese Gruppe oft die allerneuesten Modelle mit der aktuellsten Technik sucht.
Kommt eure Kundschaft vor allem zu euch wegen des Preises, eurer seriösen Arbeit oder wegen der guten Sache, welche hinter eurem Projekt steckt?
Die meisten Kund:innen sind wirklich überzeugt von der Kreislaufwirtschaft und unserem Konzept. Unsere Bikes verkaufen wir, in Abhängigkeit von Alter und Zustand, mit einem Rabatt zwischen 20% bis 60% auf den Neupreis. Bei einem hochwertigen Bike kann der Kunde also schnell einmal ein paar tausend Franken sparen. Hinzu kommt, dass unsere Kund:innen bisher durchwegs zufrieden waren mit unserer Arbeit, was sich in positiven Kundenrezensionen bei Google widerspiegelt. Der Mix aus Nachhaltigkeit, fairem Preis und solider Qualität scheint zu gefallen.
Bikerevier setzt auf hochwertige Occasionen mit Garantie.
Die meisten Bikes bezieht ihr direkt von den Schweizer Vertrieben. Wie seid ihr mit den Brands in Kontakt getreten und waren sie von vornherein von eurer Idee begeistert?
Im Moment arbeiten wir mit vier Brands zusammen, deren Bikes wir aus der vorjährigen Testflotte übernehmen dürfen. Wir haben nach Brands gesucht, die in der Schweiz verwurzelt oder weit verbreitet sind. Bei der Auswahl spielte auch die Wartungsfreundlichkeit der Bikes und natürlich das Interesse des jeweiligen Vertriebs an einer Kooperation mit. Wir freuen uns sehr, heute mit IndianSummer (Norco), ChrisSports (Rocky Mountain), Trek und Transalpes zusammenarbeiten zu dürfen. Diese Partner waren auf Anhieb begeistert von unserem Konzept und wir haben uns auch bei den Konditionen rasch gefunden.
Die Bikebranche erlebt wilde Zeiten mit hohen Preisen durch Corona und der aktuellen Korrektur nach unten. Wie erlebt ihr das?
Sagen wir es so: Die derzeitige Situation am Bikemarkt spielt uns nicht gerade in die Karten. Wie erwähnt kommen unsere Kund:innen aber nicht ausschliesslich wegen der fairen Preise zu uns, sondern aus den diversen Vorteilen unseres Konzepts. Jetzt schauen wir mal, was diese Krise noch mit uns anstellt.
Kinder wachsen rasch, ihre Bikes sind vielleicht nur eine Saison in Gebrauch. Entsprechend ist der Preis für viele ein Argument, hochwertige Kidsbikes sind eine Investition. Das 20-Zoll-Fully von Norco kostet bei euch 1920 Franken, das sind 479 Franken oder 20 Prozent weniger als der Originalpreis. Reicht diese Differenz, um Kund:innen zu gewinnen?
Bei den Kinderbikes suchen wir noch nach einer optimalen Lösung. Da können wir aktuell tatsächlich die geringsten Rabatte gewähren. Das liegt daran, dass auch ein gutes Kinderbike (wie das Norco Fluid) im Vergleich zu einem hochwertigen Bike für Erwachsene „günstig“ ist. Gleichzeitig ist es unser Anspruch, nur voll revidierte Bikes in den Verkauf zu bringen, was mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Entsprechend ist der Spielraum bei den Rabatten eingeschränkt.
Wie könnte eine günstigere Lösung bei hochwertigen Kidsbikes aussehen?
Uns liegt viel daran, auch Kinderbikes anbieten zu können, nicht zuletzt weil sowohl Carina als auch ich bikende Kinder haben. Wir brüten deshalb nach wie vor an einem geeigneten Konzept, um auch Kinderbikes kostendeckend und attraktiv anbieten zu können. Uns schwebt zum Beispiel eine Art Mietabo vor, wie wir es bei den Kinder von den Skiern kennen.
Hoffentlich gibts bald ein Kidsbikeabo
Im Moment bietet ihr keine E-Bike-Occasionen an, da die Revision für euch zu aufwändig sei. Versucht ihr trotzdem in Zukunft in das Geschäft reinzukommen?
Bikerevier ist noch jung. Wir mussten uns zu Beginn auf gewisse Biketypen und Brands fokussieren, um uns nicht gleich zu verzetteln. Das Hochfahren des Unternehmens an sich ist sehr intensiv. Wir waren und sind mit diesen Aufgaben mehr als gut ausgelastet. Wir möchten jedoch keineswegs ausschliessen, zu gegebener Zeit auch E-Bikes in unser Konzept aufzunehmen.
Was erwartet ihr vom Bike-Markt in den nächsten ein, zwei Jahren?
Aktuell sind die Lager voll und die Preise stehen unter Druck. Es ist sicher nicht verkehrt, wenn die derzeitige Situation auch mittelfristig zu einer gewissen Preiskorrektur führt. Rabattschlachten hingegen können kleine Händler:innen schnell in Liquiditätsengpässe bringen und sind deshalb weder zielführend noch nachhaltig. Branchenexpert:innen gehen davon aus, dass sich die Situation in den nächsten ein bis zwei Jahren entspannen dürfte.
Wo steht das Bikerevier in drei Jahren?
Dann müssen wir auf jeden Fall wirtschaftlich arbeiten. Mit unserer Lokalität in Zürich sind wir sehr zufrieden, auch wenn die Fläche begrenzt ist. 80 bis 100 Bikes pro Jahr können wir mit der vorhandenen Infrastruktur handhaben. Bei den Gravelbikes sind wir im Moment noch etwas schwach, deshalb planen wir diesen Bereich weiter auszubauen. Und bis in drei Jahren können wir bestimmt auch ein cooles Konzept für die Kinderbikes anbieten.
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